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Mops Mortimer - Das Gedicht

am . Veröffentlicht in Mops Mortimer

 

Der ängstlich blickende Mops Mortimer sitzt im Zugabteil und blickt noch einmal auf Aberdeen

 

 

 

 

 

 

 

Mops Mortimer

aus Aberdeen
wollte sich die Welt besehn.
„Von Schottland hab ich jetzt genug“,
sprach er und nahm den nächsten Zug.
Er fuhr in seinem Unverstand
nach Indien – das war das Land,
wovon ihm seine Lieblingstante,
die Indien von früher kannte,
aus einem Album, das bebildert,
so schöne Dinge einst geschildert:
Von Bettelmönchen und Palästen,
von Riesenschlangen auf den Ästen,
von Tigern, die im Dickicht kauern
und auf ihr Abendessen lauern,
von zahmen Riesenelefanten,
von Silber, Gold und Diamanten...

 

 

 

 

 

Der Zug fährt bei diesigem Wetter an drei Hunden in typisch schottischer Kleidung vorbei, die sich anpöbeln und bedrohen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer sollte auch in Aberdeen
das schöne Indien verstehn!
„Die ganze Stadt ist grau und diesig,
die Leute hier sind nichts als spießig,

sie trinken und sie fluchen nur,
von feiner Bildung keine Spur!“

 

 

 

 

 

 

 

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So fuhr er im Saloncoupe'
erst über Land dann über See
durch Schottlands Dauernieselregen
dem schönen Indien entgegen.

Wie´s weitergeht steht hier noch nicht,
es steht im zweiten Mopsgedicht.

 

 

 

 

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Nun weiß man schon seit langer Zeit,
der Weg nach Indien ist weit,
denn letzen Endes führt er ja
im Bogen um ganz Afrika,

wo Löwen in den Wäldern kauern
und auf ihr Abendessen lauern.

Ein solcher Löwe frisst nicht schwer
ein Dutzent Möpse als Dessert !

 

 

 

 

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Das wusste unser Mortimer,
weshalb er große Ängste spürte
und oft das Ufer kontrollierte.
Zum Glück jedoch war "Pompadour",
so hieß das Schiff mit dem er fuhr,
ein Dampfer, der gewaltig rauchte,
so dass man nichts zu fürchten brauchte.

 

 

 

 

 

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Er zählte tausend Passagiere,
teils Möpse und teils andere Tiere,
die sich nach Kräften amüsierten

und keinerlei Bedenken spürten.
Die Diener waren ohne Tadel,
der Kapitän sogar von Adel,
was konnte da den Passagieren
und ihm, Mops Mortimer, passieren?

Ob das auch stimmte, steht hier nicht,
es steht im dritten Mopsgedicht.

 

 

 

 

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Denn längst schon weiß ein jedermann,
dass so ein Löwe schwimmen kann,
und wenn er was im Meer erspäht
auch gerne mal ins Wasser
geht.
Vor allem, wenn es sich erweist,
dass dieser Löwe - Neptun heißt.
Neptun also schwamm bei Nacht
raus aufs Schiff, das unbewacht,
denn es war ein Feiertag;
friedlich dort vor Anker lag.
Neptun fand ein Ankertau
und er hangelte sich schlau
über dieses Eisenreck
hoch aufs Promenadendeck.

 

 

 

 

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Eben späht er in die Runde,
ob ihm nicht zur späten Stunde
etwas vor die Zähne kam,
als er ein Geräusch vernahm:
Aus den Liegestühlen her
kam ein Schnarchen tief und schwer
und der Löwe freute sich
sehr, indes er näher schlich.
Denn ein Mops lag rund und fett
friedlich dort in seinem Bett.
Eingewickelt bis zum Kinn
pfiff er träumend vor sich hin:

 

 

 

 

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Neptun sprang! Doch in Sekundenschnelle
war der Mops verschwunden.
Quiekend sauste er voll Schreck
wie ein Wiesel über Deck,
über Tische, Bänke, Kisten,
um den Feind zu überlisten,
der ihm nun voll Wut und Haß
feste auf den Fersen saß.

Wie es ausgeht steht hier nicht,
doch im vierten Mopsgedicht!

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Mortimer in seiner Pein
wusste weder aus noch ein.
Bis zum Heck war er gerannt,
wo die Bordkanone stand,
die aus Gründen der Gefahr

immer scharf geladen war-
Marke "Krupp", ein Zwanzigpfünder;

Mortimer trat auf den Zünder-
Neptun jedoch stand davor,
schnüffelnd am Kanonenrohr,

 

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welches nun, indess er guckte
plötzlich Tod und Feuer spuckte!
Krachend flogen Eisenstücke
hoch bis zur Komandobrücke,
Schwelfel stieg mit Rauch und Zischen
und der Löwe war dazwischen...
Armer Neptun! Schaut man ohne
Kopf in eine Bordkanone?!

 

 

 

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Durch das Poltern und dem Krach
wurde nun ein jeder wach.
Viele von den Passagieren
kamen um zu gratulieren.

Unser Mops war nun ein Held
auch der Stolz der Damenwelt
und ein reicher Dobermann
bot ihm seine Tochter an.
Doch wir dürfen nicht vergessen,
dass die "Pompadour" indessen
ihren Weg nach Indien nahm
und in ein Gewässer kam
das ein jeder, der es kennt,
"Kap der Guten Hoffnung" nennt.

Ob zu Unrecht oder nicht,
steht im fünften Mopsgedicht.

 

 

 

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Schiffe warn am Cap schon haufen-
weise
auf den Grund gelaufen:
Dampfer, Tschunken und Barkassen,
Segeljachten aller Klassen -
Denn im Herbst kommt aus Südost
dort der Sturm mit Reif und Frost.
Bricht die Ruder, sprengt die Segel,
stößt die Masten um wie Kegel
und wirft alles wutenbrannt
auf die klippen und ans Land.
Auch die "Pompadour" kam jäh
dort in Sturm und schwere See:
Brecher schlugen über Bord
rissen alles mit sich fort,
krachten donnernd wie Lawinen
an die Fenster der Kabinen.
Und Sir Mortimer, der Held
hätte gerne all sein Geld,
ja sogar sein halbes Leben
nun für Aberdeen gegeben,
wo er, wenn es draußen nass,
drinnen und am Feuer saß,
wo das Schlimmste an Gefahr
allenfalls ein Schnupfen war.

 

 

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Eben, als er dies bedachte,
neigte sich der Schrank und krachte
aus der Ecke, wo er stand
polternd an die Gegenwand
und sein ganzes Zimmer war
wie ein türkischer Basar
bunt mit Kleidern und Gerät,
Hut' und Schachteln übersät!

 

 

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Als Mops Mortimer dies sah,
schlich er sich, den Tränen nah,
in sein Bett und in die Decken
einfach um sich zu verstecken,
und um fortan bis zum Hafen
allen Kummer zu verschlafen.

Ob's ihm glückte oder nicht,
steht im sechsten Mopsgedicht!







 

 

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Auf der Brücke unterdessen
stand in Uniform und Tressen
Sir Horatio Lammermoor,
der Kapitän der „Pompadour“.
Neben ihm, in weißen Hosen,
Offiziere und Matrosen,
Steuermann und Adjutant –
Alle starrten wie gebannt,
denn voraus lag dort ein Schiff
das mit allen Segeln lief,
schwarzen Segeln, wie man sah,
schwarz die Masten und die Rah
und trotz aller Flaggenzeichen
doch gefälligst auszuweichen,
legte es sich mit Bravour
in den Weg der „Pompadour“.

 

 

 

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Drüben fielen gleich darauf
links und rechts die Luken auf
und es schob sich draus hervor
jeweils ein Kanonenrohr!
Peng!! Da zuckten schon Blitze
aus den Rohren der Geschütze.

 

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Sir Horatio vertrug
keine Schüsse vor dem Bug.
Ächzend und mit flauen Magen
hörte er sich selber sagen;
„Wisst ihr wer das eben war?
Nun zum Teufel, ein Korsar!
Ja, wir sitzen in der Falle!
Drum befehl ich, erstens:
alle Passagiere unter Deck!
Zweitens: räumt mir die Kanone weg!
Drittens: dass die Kasse mit dem Geld
nicht in ihre Hände fällt!
Hängt sie, bis zum letzten Heller,
achtern zwischen die Propeller!
Viertens: Messer und Pistolen
aus der Waffenkammer holen!“

Fünftens… doch das steht hier nicht,
erst im nächsten Mopsgedicht!



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Nun, es gab kein „Fünftens“ mehr,
denn schon kam von drüben her

aus der schwarzen Räuberdschunke
abermals ein kleiner Funke,
der mit Macht der „Pompadour“
krachend in die Masten fuhr.
Durch den Lärm der Kanonade
war Mops Mortimer, der grade
friedlich schnarchte, nun verstört
aufgewacht und sehr empört.
Und er griff nach seinem Stock,
zog sich über Hut und Rock,
fest entschlossen, diese Sitten
sich energisch zu verbitten…


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Doch die Räuber unterdessen
waren auch nicht faul gewesen.
Laut und völlig ungebeten
hatten sie das Schiff betreten.
„Wer ist euer Kapitän?
Her mit ihm, ich will ihn sehen!“
Schrie ein Kerl mit rotem Haar,
der der Räuberhauptmann war.
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Und dann gab es ein „Hurra!
Kommt ans Heck, da ist sie ja!“
Sie, die Kasse, welche unten
an zwei Stellen festgebunden,
die begehrte, wohlbeschützte,
hell durchs klare Wasser blitzte.
Alle stürzten gierig fort,
manche sprangen über Bord
ganz, als gelte es ihr Leben,
um den Schatz nur rasch zu heben.

Ob sie’s schafften oder nicht,
steht im achten Mopsgedicht.

 

 

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Sir Horatio mit der Crew
schaute von der Brücke zu
und er brummte einen Fluch
über diese Art Besuch
und dann kam zu guter Letzt
auch noch wer herbeigeflitzt:
„Kapitän, was ist denn bloß,
warum fahren wir nicht los?!“

 

 

 

 

 

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„Wie? Warum? Ja, warum nicht ?!“
riefen sie sich Gesicht.
„Sind sie unten die Piraten?
Tempo, hoch mit den Dukaten!
Volldampf! Rammen wir die Dschunke,
dass auch nicht der kleinste Funke
übrigbleibt – Na, gute Nacht,
das nenn ich zuletzt gelacht!“

Glück im Unglück – oder nicht?
Doch zum neunten Mopsgedicht!

 

 

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Indien, das Ziel, war leicht
nun in kurzer Zeit erreicht.
Seine Küste, zart besonnt,
stieg herauf am Horizont.
Möwenscharen, weiß und grau
glitten überm Schiff durchs Blau,
Fischerboote, schon verschlafen,
tuckerten zurück zum Hafen,
dessen weitverzweigtes Rund
voller Leben, laut und bunt,
vorgelagert seiner Küste,
nun den großen Dampfer grüßte.
„Pompadour“ ließ der Sirenen
dumpfes Tuten d’rauf ertönen
und sie legte wie ein Schwan
stolz und gravitätisch an.

 

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Bombay hieß die Stadt am Meer,
welche unser Mortimer
Stock und Tropenhelm parat,
freudig und gespannt betrat.
Gab es doch an allen Ecken
nie Geschautes zu entdecken.

 

Was er sah, steht hier noch nicht,
doch im zehnten Mopsgedicht.

 

 

 

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Mortimer sah starr und stumm
auf das Treiben ringsherum:
Straßen, Hafen und Basar
samt der ganzen Händlerschar,
welche fuchtelte und lachte,
schwatzte und Geschäfte machte.
Kisten, Fässer, Säcke auch
stiegen aus der Schiffe Bauch,
schwebten leicht an Kränen oben,
die sie sanft ans Ufer hoben
Feigen, Nüsse, Tee, Tomaten
wurden ein -und umgeladen,
Curry roch er und Piment,
Zimt, Safran und – Orient.

 

 

 

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Da!-
Ein grüner Kakadu
schrie ihm höhnisch etwas zu,
plusterte sich wild heraus
und dann lachte er ihn aus!
Mortimer fand, leicht verstört,
sein Benehmen unerhört
und er dachte sich „Nur schnell
weg von hier und ins Hotel.“

Ob er hinkam oder nicht,
steht im nächsten Mopsgedicht.

 

 

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Ohne weiter anzuhalten
stieg er durch die engen, alten
Gassen des Basars, dort musste
sein Hotel sein, wie er wusste.
Solche Hafenviertel sind
oft ein wirres Labyrinth,
dessen Gänge, Treppen, Türen
Fremde in die Irre führen.
Endlos schien um hundert Ecken
sich der steile Pfad zu strecken,
flimmernd heiß um Mittagszeit,
keine Seele weit und breit.

 

 

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Durstig und erschöpft vom Gehn
blieb er endlich seufzend stehn.
Da! -
Im Schatten einer Mauer
saß ein dürrer, alter, grauer
Fakir – solch ein Wundermann,
der bekanntlich alles kann,
alles weiß, ein Hexenmeister,
dem die Teufel und die Geister
Wasser, Erde, Feuer, Wind
dienstbar und ergeben sind.
Mortimer trat zu ihm hin
zog den Hut und grüßte ihn.

Was er sagte, steht hier nicht,
doch im zwölften Mopsgedicht.



 

 

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Mortimer fing ohne Zagen
an, ihm laut sein Leid zu klagen.
Dass von weit er übers Meer
eben hier gelandet wär
und die letzte kurze Strecke
zum Hotel nicht entdecke.
Dass man oft das allzu Neue
bald schon bitterlich bereue
und dann rutschte ihm heraus:
„Wär ich jetzt doch nur zu Haus!“

 

 

 

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Kaum, nachdem er das gesagt,
fühlte er sich hart gepackt,
spürte, dass ihn etwas hob
und mit ihm von dannen stob.
Immer höher ging’s hinaus,
höher schon als jedes Haus,
ob er noch bei Sinnen war? –
Schiffe, Hafen und Basar
schienen unten wegzuziehn,
Angst und Schreck ergriffen ihn.
Bald!
Nein gleich!
Nein jetzt ist’s aus! -

 

 

 

 

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Dann ein Knall – er war zu Haus!!
Zitternd zwar und noch benommen,
aber sicher angekommen.
Sessel, Bücher und Kamin
(angeheizt) umgaben ihn.
Dort sein Stock – sein Kimono,
fünf Uhr schlug es irgendwo,
so, als wär er hier seit Jahren
oder gar nicht weggefahren?...
Mortimer, zurück auf Erden,
schüttelte sich, wach zu werden.
Dachte sich die gute Seele,

 

 

 

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„Wenn ich das im Club erzähle!“

Dies , ob leider oder nicht,
war das letzte Mopsgedicht.

Ende Klein2