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Hilfe, ich will in meinem Zuhause bleiben

am . Veröffentlicht in Aktuelle Nachrichten

Plakat gegen die Entleerung des Heims.

Das Leben an der Nordseeküste kann rau sein. Besonders kräftig bläst der Wind momentan Jugendlichen und Kindern ins Gesicht, die im Kinderheim St. Franziskus auf Nordstrand leben. Das Heim soll geschlossen werden (wir berichteten). Doch die Begründung für die Schließung und vor allem die Art wie mit den jugendlichen Bewohnern umgegangen wird, macht viele Menschen fassungslos.

Morgen soll nach Informationen von Unterstützern des St. Franziskus-Kinderhauses das nächste Heimkind aus dem Kinderheim verlegt werden. Einige Kinder sind schon weg. Andere werden noch folgen, falls es den vielen Unterstützerinnen und Unterstützern nicht gelingt die Caritas als Träger des Heims und das Erzbistum Hamburg als Immobilienbesitzer zum Umdenken zu bewegen. Für viele Unterstützer ist es eine "brutale Entleerungspolitik", die die Caritas mit ihrer Direktorin Angelika Berger an der Spitze praktiziert. Weitere Verlegungen sollen nach Ostern folgen. Und die verbleibenden Heimbewohner sowie viele Unterstützer fragen: „Was wird dann aus den Geschwistern im Heim? Werden sie auseinander gerissen?“

Bis jetzt scheinen alle wegzusehen. Die, die aufstehen und sich mit ihrem Einfluss und ihrer Stimme in Politik und Kirche schützend vor die Kinder und Jugendlichen stellen könnten, nehmen nicht oder nur unbefriedigend Stellung: „Wir sind dafür nicht zuständig“ und „Uns sind die Hände gebunden“ sind bis jetzt die typischen Antworten, die Unterstützer auf ihre bisherigen Hilferufe an Kirche und Politik bekamen – sofern es überhaupt Antworten gab. Eines der Heimkinder wandte sich gestern deshalb in seiner Not an den Kinderschutz-Verein "Finger weg von unseren Kindern", der daraufhin sofort per Eilbote einen Brief an den Bischof Herrn Dr. Heße vom Erzbistum Hamburg schickte. Hier können Sie diesen Brief nachlesen.
Das Bistum als Eigentümer der Immobilie unterstützt die Entscheidung der Caritas, das Heim zu schließen. Der Presse wurde vom Erzbistum mitgeteilt, dass das Heim nach der Entleerung abgerissen werden soll. Was anschließend mit dem Gelände geschehen soll, das verrät das Bistum jedoch nicht. Gerüchten zufolge soll an der Stelle ein Hotel entstehen – so wie es vor Jahren schon einmal geplant war. Damals war es zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern gelungen die drohende Schließung des St. Franziskus-Kinderheims abzuwenden.

Und auch heute gibt es durchaus Alternativen zur Schließung. So ist Uwe Krüger, ein Arzt von Nordstrand, der viel mit den Kindern aus dem Heim gearbeitet hat, daran interessiert das Kinderheim MIT den Bewohnern zu retten. Er sieht sich als Investor, hat auch mit potentiellen Trägern Kontakt und die finanziellen Aspekte bereits mit der Bank abgesprochen. Doch er bekommt bis jetzt keinen Termin beim Erzbistum Hamburg, um die Verhandlungen führen zu können. Dass Bistum und Caritas nicht nach jedem Strohhalm greifen, der gereicht wird, stößt auch bei vielen Christen auf völliges Unverständnis. So wurde beispielsweise vom 76-jährigen Arne Bruhn aus Mooregge am Sonntag vor dem Hamburger Mariendom eine Mahnwache für die Bewohner des Kinderheimes auf Nordstrand abgehalten. Bei einem kurzen Gespräch mit dem Bischof erzählte dieser dem gläubigen Handwerksmeister, dass angeblich keine Einigung zwischen dem Nordstrander Arzt und der Kirche zustande gekommen ist. Das widerspricht allem, was Krüger bislang berichtet hat.

Wie auch immer: Die jungen Heimbewohner leiden. Denn obwohl Uwe Krüger das Haus retten will, betreibt die Caritas SH unter Leitung von Frau Berger ihre unmenschliche Entleerungspolitik weiter – und das trotz mehrfachen Bitten vieler Unterstützer und Heimbewohner: die Bewohner werden in andere Einrichtungen verlegt, OBWOHL sie in der Vollversammlung gegenüber Doktor Krüger alle gesagt haben, dass sie auf Nordstrand bleiben wollen. Die Mitarbeiter dürfen sich nicht in der Öffentlichkeit äußern, die Bewohner können sich nicht wehren. Die Unterstützer müssen mit dem Vorwurf rechnen, dass sie die Kinder instrumentalisieren.

NIEMAND von den Unterstützern, weder die Mitarbeitervertretung noch die aktiven Unterstützer aus der Facebook-Gruppe "Wir sind gegen die Schließung", bekommt direkt beim neuen Bischof Herrn Dr. Heße einen Termin für ein Gespräch und die Übergabe der Unterschriftenlisten für den Erhalt des Heimes. Nach den bisherigen Informationen der Unterstützer werden dem Bischof sogar die persönlichen Briefe an ihn vorenthalten.
Weil die Entleerung durch die Caritas weiter vorangetrieben wird, wird es mit der Rettung des Hauses knapp. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, will man das soziale Gefüge der jungen Menschen nicht weiter brutal auseinanderreißen. So wie es momentan läuft, wird denen, die aus desolaten Familienverhältnissen kommen und im St. Franziskus Halt und Geborgenheit erfahren, ihre neue Heimat genommen. Als Begründung wird verbreitet, dass das Haus, das noch 2012 bei der Einweihung des Radiosenders Offener Kanal Westküste von Harry Carstensen auf das höchste gelobt wurde, heute wegen seiner baulichen Mängel eine Zumutung für die Kinder sei.

Lassen wir eine Unterstützerin sprechen:
„Die Kinder und Jugendlichen und die Mitarbeiter und Dr. Krüger brauchen unsere Stimme in der Öffentlichkeit, so lange noch Bewohner da sind. - NOCH ist nicht alles verloren! Aber es wird vom Zeitfenster her immer enger, weil das Haus immer leerer wird - und das weiß sowohl das Bistum HH als auch die Caritas SH.
Was können wir jetzt tun: unverändert Öffentlichkeit schaffen durch Facebook, Twitter, weitersagen und die Medien und außerdem Menschen suchen/ ansprechen, die genug Einfluss haben, dass sie mit ihrer Stimme und ihrem Einfluss das Heim retten können. Es hat bereits zweimal geklappt, das Haus in letztem Moment zu retten, 2006 und 2011. Wird es auch dieses Mal gelingen, das Ruder im letzten Moment herum zu reißen???“

Und hier spricht Nadine Steinberg, eine ehemalige Heimbewohnerin, die sich als sehr engagierte Unterstützerin gezeigt hat. Sie hat die Initiative auf Facebook zur Rettung des Heimes  ins Leben gerufen:
„Wir wissen es nicht, aber so lange auch nur eine winzige Chance besteht, machen wir weiter - GEMEINSAM! - Danke, dass es Euch gibt! Aktive Unterstützer sind dabei herzlich willkommen. Die Kinder und Jugendlichen im Kinderheim können sich nicht wehren, wir müssen für sie sprechen, das ist unsere Pflicht! Kinderschutz geht uns alle an.“

Doch bis jetzt bangen die Heimbewohner noch. Und sie sagen: „Hilfe, ich will in meinem Zuhause bleiben!“

weitere Hintergrund-Informationen unter: http://mein-offener-brief.de/

hier geht es zur Gruppe für alle Unterstützer und alle, die ihre SOLIDARITÄT mit den Bewohnern und Mitarbeitern zeigen wollen: https://www.facebook.com/groups/1527725420824742/

DANKE an den Verein "Finger weg von unseren Kindern": http://www.finger-weg.info/

Petition: https://www.change.org/p/erzbistum-hamburg-mailadresse-empfang-egv-erzbistum-hh-de-bitte-lasst-unser-kinderheim-auf-nordstrand-weiterhin-bestehen-bitte-helfen-sie-mit-dass-unser-kinderheim-auf-nordstrand-weiterhin-bestehen-bleibt?utm_source=share_petition&utm_medium=whatsapp