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Mahnwache vor dem Mariendom in Hamburg für das St. Franziskus-Kinderheim auf Nordstrand

am . Veröffentlicht in Aktuelle Nachrichten

Arne Bruhn mit seinem Kreuz vor dem Dom.

In Böen wehte heute in Hamburg bei 8° ein starker bis stürmischer Wind und es regnete, doch das hielt Arne Bruhn nicht davon ab, heute von halbzehn bis zehn mit einem großen Holz-Kreuz vor dem Mariendom in Hamburg zu stehen und aufmerksam zu machen auf das Leid, das den Bewohnern und Mitarbeitern des St. Franziskus-Kinderheimes auf Nordstrand angetan wird. "Brüderlichkeit" steht auf der senkrechten Seite, "Nächstenliebe" auf der Querseite.

76 Jahre alt ist der Unterstützer aus Mooregge, ein selbständiger Handwerksmeister, dessen Firma früher Geräte produzierte für Behinderte, die Autos fahren wollen. Jetzt ist er im “Unruhestand“ und engagiert sich. Sein besonderes Engagement gilt momentan den Bewohnern und Mitarbeitern der der beiden Kinderheime auf Nordstrand und in Henneckenrode, die beide von der Schließung bedroht sind. Dafür hat er bereits Briefe an die Bischöfe in Hildesheim und Hamburg geschickt, in der Hildesheimer Zeitung eine Anzeige geschaltet und Gebete an Klöster verschickt, um die Schwestern um Hilfe zu bitten.

„Ich bin geschafft“, sagt Arne Bruhn nach der Aktion. „Aber es ist noch nicht geschafft. Als der Herr Erzbischof erschien, noch ohne Erzbischofsornat, habe ich mich ihm in den Weg gestellt“: “Schön, dass Sie sich für die Nächstenliebe einsetzen“, habe der Bischof Herr Heße zu ihm gesagt. Herr Bruhn erzählt: „Da konnte ich antworten: Nächstenliebe muss gelebt werden – nicht ans Kreuz geschlagen werden! Das ist auf Nordstrand ganz und gar nicht der Fall! Der HERR hat uns gesagt: Was Ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan! ER hat nicht gesagt, was ihr gepredigt, gesagt oder geredet habt, er hat gesagt getan! Kinder aus ihrem Zuhause vertreiben – ist das christlich?”

Der Bischof habe ihm daraufhin gesagt, dass das Bistum doch viel tue – für die geringe Zahl an Katholiken hier im Norden. Diese Gelegenheit ließ sich Bruhn nicht entgehen. Er wies auf die Situation des Kinderheimes Nordstrand hin, das seit Ende Januar von der Schließung bedroht ist und für dessen Erhalt sich seitdem viele Unterstützer einsetzen. Einer der Unterstützer, Dr. Krüger, möchte das Haus sogar als potentieller Investor übernehmen.

Gut informiert über die ganze Situation schien der Bischof nicht zu sein. „Soviel ich weiß, hat man mit ihm gesprochen – aber es gab keine Einigung“, sagte er zu Bruhn, um sich dann bei ihm zu entschuldigen, denn die Messe stand bald an. „Als der Bischof dann im vollen Ornat, mit dem ganzen Hofstaat und vielen Gläubigen Einzug hielt“, erzählt Herr Bruhn, „habe ich mich direkt neben dem nun geöffneten Hauptportal aufgestellt.“ Heße trat kurz aus der Reihe und lud den streitbaren Bruhn ein, dem Gottesdienst beizuwohnen.

Ab hier erzählt Arne Bruhn über den denkwürdigen Gottesdienst:
„Ich weiß nicht mehr, wie lang es ging, da wurde es ganz still im Dom für ein Gebet. Da habe ich laut und deutlich gerufen: „HERR, bitte hilf!“ Da ging's nicht mehr weiter, denn das Schicksal der Bewohner der beiden Kinderheime berührt mich zutiefst. Aber nach den Fürbitten gab es noch eine Stille, die konnte ich dann richtig nutzen: „HERR, bitte hilf den Kindern von Nordstrand“, rief ich. Ob es nun hilft oder ER uns hilft – wir müssen es abwarten ...“

Doch nach der Erzählung von Arne Bruhn bleiben Fragen offen: Warum weiß der Bischof nicht um die Hintergründe? Und welche Möglichkeiten gibt es, das Ruder nun doch noch herum zu reißen? Wir werden sehen …


Gebete von Herrn Bruhn:

HERR wir sind schwach und erflehen daher DEINE Hilfe:
BITTE segne DU die Mächtigen der Diözese Hildesheim und des Erzbistums Hamburg mit Herzenswärme, Güte und dem Gefühl der Mitmenschlichkeit für die ihnen anvertrauten Kinder im Kinderheim Henneckenrode und im Kinderheim Nordstrand.
BITTE lasse sie erkennen, dass es hier um Heimat, Zuhause sein, gewachsene Gemeinschaft und Geborgenheit geht.
Amen

HERR wir sind schwach und erflehen daher DEINE Hilfe!
Überall auf der Welt werden Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Nun sollen auch hier im friedlichen Deutschland Kinder aus ihrer Heimat, dem Kinderheim Henneckenrode und dem Kinderheim Nordstrand, vertrieben werden!
Bitte stehe DU ihnen bei, dass dieses unchristliche Tun nicht für sie zur schmerzhaften Wirklichkeit wird!
Amen

 

Bild:
Bleiben die Türen christlicher Nächstenliebe den Jugendlichen Bewohnern der Heime auf Nordstrand und in Henneckenrode verschlossen? Arne Bruhn mit seinem Kreuz vor dem Dom kämpft dafür, dass das nicht so ist und die jugendlichen Bewohner bleiben dürfen.