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Unterstützer des Nordstrander Kinderheims kämpfen unermüdlich

am . Veröffentlicht in Aktuelle Nachrichten

Mehrere Bänke auf dem Deich der Halbinsel Nordstrand.

St. Franziskus-Kinderheim auf Nordstrand ein drittes Mal innerhalb von neun Jahren kurz vor dem Aus +++ Warum stoppt bis jetzt niemand die Entleerung des St. Franziskus-Kinderheimes, obwohl es einen potentiellen Investor gibt, der die Verträge mit dem Immobilien-Besitzer, Erzbistum Hamburg, unterzeichnen möchte? +++ Was soll WIRKLICH mit dem Gelände geschehen, wenn das Haus abgerissen ist? +++ Haben Kinder und Jugendliche in katholischen Kinderheimen keine Lobby mehr in Kirche und Politik?

Das sollten sich einige Verantwortliche der katholischen Kirche wohl noch einmal vor Augen führen: Wer weiß, was er zu tun hat, und tut es nicht, der macht sich schuldig (Jakobus 4.17).

Bereits das dritte Mal seit 2006 kämpfen Menschen für den Erhalt des St. Franziskus-Kinderheimes/ Nordstrand. Damals sollte das Gebäude schon mal abgerissen. Auf dem Gelände sollte ein Hotel hingestellt werden. Manche erinnern sich vielleicht noch, wie sehr sich damals Schwester Constanze engagiert  hatte und wie hart sie dafür bestraft wurde. Die Lebensaufgabe der engagierten Schwester waren die Kinder des Kinderheims Nordstrand. Doch die Kirche wollte lieber Geld scheffeln und ein Hotel auf dem Grundstück bauen. Deshalb wurde die Schwester durch die Kirche von ihrem Amt abberufen. Da nutzte es auch nichts, dass sich mehrere Politiker an den Papst wandten. Schwester Constanze, die als Heimleiterin bei den Bewohnern äußerst beliebt war, durfte nie wieder nach Nordstrand zurückkehren um ihre Arbeit wieder aufzunehmen.

Das Wunder gelang trotzdem, dank vieler engagierter Menschen: das Haus wurde gerettet, die Caritas pachtete die Immobilie von der Kirchengemeinde St. Knud und übernahm die Trägerschaft. Der neue Heimleiter, Michael Schwarz, brachte die Finanzen des Hauses auf Vordermann. Das St. Franziskus-Kinderheim bekam wieder positive Schlagzeilen und hatte über die Landesgrenzen hinaus bereits 2009 einen guten Ruf und war dabei aufzustocken. Im September 2009 lud das Kinder- und Jugendhaus St. Franziskus auf Nordstrand Freunde und Gönner zu einem bunten Fest ein. Alles schien nun endlich wieder gut zu sein.
Doch kurz darauf drohte dem Haus erneut die Schließung. Der Vorstand der katholischen Kirchengemeinde St. Knud, der das Anwesen zu dem Zeitpunkt gehörte, hatte den Pachtvertrag mit der Caritas zum 31. Dezember 2011 gekündigt und das Gelände zum Verkauf angeboten. Erneut begann ein Kampf um das Kinderheim. Schließlich rettete der Besitzerwechsel das Kinderheim: Die katholische Kirchengemeinde Husum verkaufte das St. Franziskus-Haus an den Erzbischöflichen Stuhl zu Hamburg.

Am 15.2.2012 wurde im Kinderheim auf Nordstrand das 27. Außenstudio des Offenen Kanals im Beisein vom damaligen Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke eingeweiht. Der Weihbischof lobte das schöne Heim in seiner Rede genau so wie das Engagment der Mitarbeiter. Ein Vorzeigehaus, das drei Jahre später abgerissen werden soll??? Natürlich stellen sich die Unterstützer des Nordstrander Kinderheims die Frage: Warum kaufte das Erzbistum überhaupt 2011 eine Einrichtung, die das Bistum so kurze Zeit später abreißen lassen will??? Doch auf diese Frage gibt es bis jetzt ebenso wenig eine offene und ehrliche Antwort wie auf die Frage was das Erzbistum überhaupt vor hat mit diesem Gelände, wenn die Gebäude abgerissen sind?
Viele Beobachter wundert es inzwischen auch, warum dem potentiellen Investor, Herrn Dr. Krüger, so viele Steine in den Weg gelegt werden und warum es bis jetzt immer noch nicht zu einer Vertragsunterzeichnung zwischen ihm und dem Erzbistum gekommen ist. Sollte nicht jemand, für den eine Immobilie zu einer Belastung geworden ist, alles dafür tun, diese so schnell wie möglich los zu werden?
Doch auch die Entleerungspolitik der Caritas SH befremdet viele Beobachter. Diese wird weiter vorangetrieben, obwohl es Bestrebungen gibt, das Heim für die Kinder zu erhalten. Doch die Insassen werden weiterhin auf andere Heime verteilt – als ob es keine Chance mehr für das Nordstrander Kinderheim gäbe.

Kerze, mit Schriftzug: für den Erhalt des St. Franziskus KinderheimsInzwischen kursieren Gerüchte, dass das Bistum auf dem Gelände erneut den Bau eines (Kur)Hotels plant. Damit das möglichst komplikationslos geht, soll sich die katholische Kirche angeblich momentan derart bedeckt halten. Wie viel Wahrheit steckt in diesen Gerüchten? Das werden wir wohl nur erfahren, wenn die Bagger kommen und abreißen, wo jetzt noch Heimat ist für die sechs Geschwisterkinder, für die Jugendlichen und die jungen Mütter mit ihren Kindern. Für diese Bewohner und für die Mitarbeiter engagieren sich unverändert die Unterstützer und Freunde des Kinderheimes. Menschen, die durch ihre leidenschaftliche Parteinahme für die Betroffenen ein Stachel im Fleisch der Mächtigen sind, durch das Erheben ihrer Stimme für die, die selber nicht reden dürfen. Ihre Briefe an den neuen Erzbischof des Bistums Hamburg, an Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche und an die meisten der angeschriebenen Politiker und Organisationen sind bis jetzt unbeantwortet geblieben.

Die wenigen Antworten an die Briefeschreiber beschränken sich auf den Hinweis, nicht zuständig zu sein. So auch im Falle des Briefes von 20 Personen an das Jugendamt Nordfriesland mit der Frage: „Werden Sie als Jugendamt alles tun, was in Ihrer Macht steht und wozu Sie verpflichtet sind, um dafür zu sorgen, dass die Geschwisterkinder zusammen bleiben können???“ Solche Antworten enttäuschen. „Antworten wie diese werden jedoch nicht dazu führen, dass wir aufhören, sondern sie sorgen dafür, dass wir weiter suchen und bohren, bis wir die richtigen Unterstützer gefunden haben, die in der Lage sind und endlich mal den Mut haben, das Haus zu retten“, erklären die unermüdlich Aktiven. Denn: Wer weiß, was er zu tun hat, und tut es nicht, der macht sich schuldig (Jakobus 4.17).

Weiterführende Links:
hier ist der vollständige Brief ans Jugendamt NF bzgl. der sechs Geschwisterkinder sowie die Antwort darauf zu lesen: http://mein-offener-brief.de/html/an_jugendamt_nf.html

Artikel zu Schwester Constanze:
http://www.abendblatt.de/region/norddeutschland/article107148243/Der-Fall-Schwester-Constanze.html,
http://www.abendblatt.de/region/norddeutschland/article107154918/Jetzt-muss-Schwester-Constanze-zu-den-Kindern-zurueckkehren.html

November 2010 – der Erzbischof spricht ein Machtwort: http://www.shz.de/lokales/husumer-nachrichten/erzbischof-spricht-ein-machtwort-id2640876.html

Westküstenkanal: http://okluebeck.de/wk/hoeren/on_demand/2012/Februar.php

Petition: https://www.change.org/p/erzbistum-hamburg-mailadresse-empfang-egv-erzbistum-hh-de-bitte-lasst-unser-kinderheim-auf-nordstrand-weiterhin-bestehen-bitte-helfen-sie-mit-dass-unser-kinderheim-auf-nordstrand-weiterhin-bestehen-bleibt?utm_source=share_petition&utm_medium=whatsapp

Homepage zu Hintergrund-Infos und Aktionen für den Erhalt des Kinderheimes: http://mein-offener-brief.de/